AUSSTRAHLUNGEN
 

3.3.2018, 20:15 Uhr, ORF III
4.3.2018, 03:45 Uhr, ORF III

 

Der Gemeindebau

Eine Institution schreibt Geschichte

Teil 1


INHALT

"Wenn wir einst nicht mehr sind, werden die Steine für uns sprechen" So eröffnete Bürgermeister Karl Seitz den Karl-Marx- Hof 1927, der in Wien eines der revolutionärsten Wohnprojekte seiner Zeit ist und bis heute der längste zusammenhängende Wohnbau der Welt.

Die Architektur beim Sozialen Wohnbau beweist sich als sensibler Seismograph der Politik und Probleme ihrer Zeit. Anfang des 20. Jahrhunderts herrschte das Elend was die Wohnsituation betrifft. Die Bevölkerung Wiens war in kürzester Zeit auf über zwei Millionen angewachsen, Wohnungen sind knapp, teuer und sie waren überbelegt.

Nach dem Ersten Weltkrieg begann die regierende Sozialdemokratische Arbeiterpartei im sogenannten "Roten Wien" ein Projekt zur Verbesserung der Lebensumstände für Arbeiter. Rund 65.000 Gemeindewohnungen wurden damals gebaut - meistens in groß angelegten Wohnanlagen wie dem Karl-Marx-Hof. Die "Städte in der Stadt" verfügen über eine vollständige Infrastruktur mit Geschäften, Bädern, Kindergärten, Waschküchen und vielem mehr. Der Soziale Wohnbau Österreichs war revolutionär - weit über die Grenzen des Landes hinaus.