AUSSTRAHLUNGEN

27.04.2020, 20:15 Uhr, ORF III
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THEMENMONTAG

Helden auf Rädern: Die Wahrheit über Essens-Lieferdienste

INHALT

Österreich im Ausnahmezustand. Zusammensitzen, gemeinsam Essen – das alles ist seit der Coronakrise nicht mehr Teil des öffentlichen Lebens. Mit Dienstag dem 17. März 2020 wird zur Verhinderung der Ausbreitung von Covid19 die Bewirtung in Restaurants in Österreich vollständig ausgesetzt. Nur die Nutzung eines Lieferservice’ und das Abholen von Speisen ist weiterhin möglich. Viele Restaurants entscheiden sich, mit Bestellplattformen zu kooperieren. 

So setzt auch das NENI am Naschmarkt in der schweren Zeit auf seine Boten. Der Schock war zunächst groß – wie das Personal halten, wenn die Pforten geschlossen werden? Mit Unterstützung der Lieferanten kann Geschäftsführer Nuriel Molcho seinen Mitarbeitern eine gewisse Sicherheit geben. So auch Seniore Alessandro d‘ Ambrossio. Er führt mit seiner Frau im 4. Bezirk in Wien die stadtbekannte "Pizzeria Riva". Bis vor kurzem genossen hier täglich zahlreiche Gäste das italienische Ambiente und die original neapolitanische Pizza. Jetzt – gähnende Leere, dort wo bis vor kurzem noch zahlreiche Gäste saßen, schmücken jetzt Desinfektionsmittel und Schutzhandschuhe das Mobiliar. Sicherheitsvorkehrungen für die Lieferanten, die ab 12 Uhr mittags Pizza zu den Hungrigen nach Hause bringen. 

Die Boten auf Rädern prägen mit ihren bunten Rucksackwürfeln schon länger das Wiener Stadtbild. Heute sind sie das letzte Bindeglied zwischen den Restaurants und ihren Gästen. Jetzt in der Gesundheitskrise werden die Fahrer von Mjam und Lieferando in Österreichs Städten zu den stillen Helden der Gesundheitskrise. Sie stehen an vorderster Front und exponieren sich der Gefahr. Dabei waren sie schon vor der Krise ein Berufsstand, der von prekären Arbeitsverhältnissen bedroht war. Die Fahrradboten, die mit ihren bunten, klobigen Rucksäcken das Stadtbild prägen, zählen finanziell gesehen zu den Verlierern, denn von dem Umsatz ihrer Zustellung sehen sie nur die Krümel. Heute werden sie zu Nahversorgern für gefährdete Bürgerinnen und der letzte Anker der Gastronomie.