EINE KOPRODUKTION VON 

 

           

 

© 2018

 

GEFÖRDERT VON

 

                         

 

DATEN

 

Genre: Dokumentarfilmserie

Folge: 2

Spieldauer: 45’

Bild: HD1080i, 16:9

Ton: STEREO, EBU-R128

Herstellungsjahr: 2018

AUSSTRAHLUNGEN

28.12.2018, 20:15 Uhr, ORF III
29.12.2018, 00:35 Uhr, ORF III
 

Alles Leinwand

Filmgeschichte in Rot-Weiß-Rot

Teil 2


INHALT


Vom "Hofrat Geiger" zu "Sound of Music". Der zweite Teil begibt sich zurück in die Nachkriegszeit in Österreich - die Zeit der Alliierten, der Schwarzmärkte und dem langsamen Wiederauferstehen der Republik Österreich. Aber auch die darauffolgende Zeit des Wirtschaftswachstums bringt ihr eigenes Filmgenre mit sich. Publikumslieblinge wie Waltraut Haas, Peter Weck, Erni Mangold, Lotte Tobisch, sowie Filmemacher wie Wolfgang Glück, Michael Haneke und Peter Patzak erinnern sich.

Heile-Welt-Filme und Verwechslungskomödien bestimmen die Jahre des Aufbaus und des sogenannten Wirtschaftswunders. Ambitionierte Science-Fiction-Projekte wie "1. April 2000", oder Erinnerungen an die noch junge Vergangenheit der Hitler-Jahre, wie "Der letzte Akt"(1955, mit Lotte Tobisch als Eva Braun) werden vom Publikum abgelehnt. "Der Förster vom Silberwald", "Kaisermanöver" und "Sissi", mit dem neuen Traumpaar Romy Schneider und Karlheinz Böhm, treffen hingegen den Zeitgeist, der sich vor allem danach sehnt, auf der Leinwand eine andere Wirklichkeit zu sehen. Während man sich in der Stummfilmzeit, in den 1920er Jahren noch an Hollywood orientiert hat, versucht man jetzt, zumindest in Deutschland genug Kinokarten zu verkaufen, um weitermachen zu können.

Nach einer kurzen Hochblüte geht der Boom des österreichischen Kommerzfilms ab den späten 1950er Jahren auch wieder zu Ende: Paul Hörbiger und Hans Moser sind mittlerweile in Ehren ergraut, die "Wien-Film" verkauft 1966 ihre Hallen auf dem Rosenhügel an den ORF, die immer stärker werdende Fernsehkonkurrenz führt zum großen Kinosterben. Als 1961 die "Filmproduktion der Wiener Stadthalle" gegründet wird, beginnt Karl Spiehs mit der Produktion von billigen Unterhaltungsfilmen, die der Gemeinde Wien letztlich viel Geld kosten.

Skilegende Toni Sailer avanciert zum Film- und Schlagerstar. Zugleich entsteht im Wiener "Art-Club" eine avantgardistische Kunstszene um Peter Kubelka, Ferry Radax, Peter Weibel, Valie Export, Gerhard Rühm und Konrad Bayer, die einen alternativen Weg abseits des Mainstream beschreitet und damit zwar nicht in Österreich, dafür aber international für Furore sorgt. Erst ab den 1970er Jahren beginnt mit dem "Neuen österreichischen Film" ein Kapitel, das an große Zeiten anknüpft und den rot-weiß-roten Film langsam wieder an die Weltspitze heranführt - wie nicht zuletzt auch zahlreiche Auszeichnungen und Filmpreise der jüngeren Vergangenheit beweisen. Während Altmeister Franz Antel noch seine "Wirtinnen"-Filme dreht, entstehen damals unter der Regie von Axel Corti, Wolfgang Glück, Niki List, Peter Patzak oder Xaver Schwarzenberger Produktionen, die einen fruchtbaren Boden für die Filmemacher von heute bereiten. (ORF)